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Das Foto zeigt eine Gruppe von Athleten mit Anna-Maria Wagner. Sie umarmt eine Athletin mit blonden Locken.

19.06.2026

Anna-Maria Wagner: „Das Schönste ist, wenn ich den Athlet*innen etwas mitgeben kann“

Anna-Maria Wagner musste erst mal unter die Dusche. Die zweimalige Olympia-Bronzemedaillengewinnerin hatte gerade das Aufwärmprogramm vor den Final-Wettbewerben der Special Olympics Nationalen Spiele im Sportzentrum Homburg-Erbach im Judo angeleitet. Und eben nicht nur angeleitet, sondern selbst kräftig mitgemacht.

Rollen vorwärts und rückwärts, kleine Sprünge, seitliche Drehungen am Boden, Rücken- und Bauchkräftigung, spezielle Judoübungen und vieles mehr brachten eine halbe Stunde lang  nicht nur die rund 60 Special-Olympics-Judoka ins Schwitzen, sondern auch die Weltmeisterin von 2021 und 2024. Sie erklärte allerdings nebenbei alles und absolvierte die Übungen souverän mit dem Mikrofon in der Hand. Außerdem war es warm in der Halle, vor allem unter dem Judoanzug.

Botschafterin mit Herzblut

Anna-Maria Wagner lebt ihre Rolle als Botschafterin für Special Olympics mit viel Herzblut, das ist bei jeder ihrer Begegnungen mit Athlet*innen zu spüren. „Sie hat gleich gesagt, sie will an allen drei Finaltagen dabei sein“, sagte Judo-Wettkampfleiterin Marina Müller, „sie wollte alle Siegerehrungen mitmachen, damit nicht ein Teil der Teilnehmenden enttäuscht wird. Das ist so toll, da fehlen mir die Worte.“ Neben dem Aufwärmprogramm stand für Wagner nämlich auch die Begleitung der Siegerehrungen auf dem Programm.

Die 30-Jährige hat die Botschafter-Rolle vor zwei Jahren gerne übernommen, als sie von Special Olympics Nordrhein-Westfalen angefragt wurde. „Das Schönste für mich ist dabei, dass ich den Athleten etwas mitgeben kann“, sagte sie, „und es freut mich so, wenn ich in begeisterte Gesichter schauen kann.“ Wagner ist nicht nur bei den Nationalen Spielen im Einsatz, sondern auch als Trainerin der Special Olympics Leistungsgruppe in Nordrhein-Westfalen. „Da wird schon sehr gut trainiert“, sagte sie, „die Athleten sind motiviert und mit großer Lust dabei. Und sie entwickeln sich von Training zu Training hervorragend. Das macht richtig Spaß.“

Viel Spaß machen ihr auch die Nationalen Spiele im Saarland. „Die Stimmung ist so toll hier, es ist so schön, wie sich alle treffen beim gemeinsamen Essen oder bei der Athleten-Disco. Viele kennen sich schon und feiern ihre Begegnungen. Es ist ein riesen Event. So groß habe ich es mir gar nicht vorgestellt,“ sagte sie staunend. Gerade im Homburger Sportzentrum sorgte zum Beispiel eine große Schülergruppe lautstark für ausgelassene Stimmung – zum Teil verstand man sein eigenes Wort nicht mehr. An den Wettkampfstätten macht sich stimmungstechnisch natürlich nun bezahlt, dass sich vor den Spielen gut 100 Schulklassen bereits mit dem Thema auseinandergesetzt haben und nun auf die Sportstätten verteilt die Athlet*innen unterstützen.

Sport steigert das Selbstbewusstsein

Anna-Maria Wagner war jedenfalls schwer beeindruckt. Wie sie auch nach jedem Training und jeder Begegnung mit Athlet*innen davon beeindruckt ist, was der Sport leisten kann. „Ich sehe ja, wie sie sich durch ihren Sport entwickeln. Wie das Selbstbewusstsein steigt und wie der Sport mehr und mehr Sicherheit gibt.“ Erfahrungen, die sie natürlich auch aus ihrer eigenen Zeit als Athletin kennt. Ein wunderschöner Moment ihrer Karriere war ihr Auftritt als Fahnenträgerin für das Team Deutschland bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris. „Natürlich war das ein Highlight“, sagte sie in Homburg, „das konnte man ja auch gar nicht planen wie den Sport, wo man sich Ziele setzt.“ Sie war ja schon überrascht gewesen, dass sie zu den drei Kandidatinnen gehört hatte, aus denen Öffentlichkeit und Sportler*innen die Fahnenträgerin wählen konnten. Und überwältigt, als sie diese Wahl gewann. Aber natürlich bilden die beiden Medaillen bei den von 2020 auf 2021 verlegten Spiele in Tokio den sportlichen Höhepunkt.

Seit dem Rücktritt vom aktiven Sport 2025 widmet sich Anna-Maria Wagner ihrem Studium der Betriebswirtschaft und Hotelmanagement. Schließlich hat ihre Kindheit und Jugend im Hotel ihrer Familie sie geprägt und ihren beruflichen Weg vorgezeichnet. Daneben heißt es natürlich, fit zu bleiben. Zwar nicht mehr durch Judo, sondern durch Radfahren, Laufen und Kraftsport. Und so gelingen dann auch Aktionen wie das Aufwärmprogramm bei den Nationalen Spielen nach wie vor perfekt.

Text: Ulrike Spitz

Medienkontakt

Nadine Baethke

Pressesprecherin / Öffentlichkeitsarbeit
nadine.baethke@specialolympics.de
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