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Das Foto zeigt die Schwimmhalle in Forbach. Die Zuschauer*innen-Tribünen sind voll besetzt.

18.06.2026

Im Herzen von Europa: Die Special Olympics Nationalen Spiele 2026 im Saarland werden grenzübergreifend ausgerichtet

Die Schwimm-Wettkämpfe der Special Olympics Nationalen Spiele 2026 im Saarland werden im Schwimmbad im französischen Forbach, dem „Piscine Olympique Communautaire Jean-Éric Bousch“, ausgetragen, gerade mal gut zehn Kilometer von Saarbrücken entfernt.

Einige Athlet*innen der Bunten Sportgemeinschaft (BSG) Neckarsulm waren noch nie in Frankreich. „Deshalb waren wir gestern mal in Forbach zum Einkaufen“, sagte BSG-Schwimmtrainerin Angela Pim, „damit sie mal sehen, wie es so ist in einem anderen Land.“

Die diesjährigen Gastgeber der Special Olympics Nationalen Spiele sind die ersten, die  einen Wettbewerb in einer der 27 Sportarten im Ausland ausrichten. „Das hatten wir noch nie“, sagte Christiane Krajewski, die Präsidentin von Special Olympics Deutschland, die diese Spiele in ihrer saarländischen Heimat ganz besonders genießt. „Das Besondere ist eben der Ort und die Region. Wir sind hier im Herzen von Europa.“ Was für Special Olympics neu ist, ist deshalb für Saarländer und die grenznah wohnenden Franzosen in Lothringen ganz normal. Sie arbeiten in vielen Bereichen und Themen grenzübergreifend zusammen. Und natürlich gehören die Franzosen auch zu den zwölf Delegationen, die neben den Teams aus den deutschen Bundesländern an den Spielen teilnehmen.

 „Für uns war es keine Frage, dass wir das Schwimmbad für Special Olympics zur Verfügung stellen“, sagte dann auch Jean-Claude Hehn, der Präsident des Gemeindeverbands Forbach Porte de France. „Aber auf jeden Fall ist es ein schönes Beispiel für grenzübergreifende Zusammenarbeit. Es spiegelt unsere Freundschaft und Solidarität für eine wichtige Sache wider, die Inklusion im Sport.“ Deshalb kommen die Schwimmer*innen bei den Spielen nun in den Genuss, ihre Wettkämpfe im hoch modernen „Piscine Olympique“ zu bestreiten, in dem die französische Nationalmannschaft ihre Vorbereitung für die Olympischen Spiele 2024 in Paris absolviert hat.

Auch für Isabel Hohneck, die fließend französisch spricht und bei den Spielen als Volunteer in Forbach eingesetzt ist, ist es völlig normal, grenzübergreifend zu denken und zu handeln. Im Hauptberuf ist sie Dolmetscherin und Übersetzerin, sie arbeitet allerdings auch als Trainerin im deutschen Schießsport und weiß, dass die Grenze bei den Schützen so gut wie gar nicht vorhanden ist. In ihrem Zweitliga-Team aus Püttlingen stehen fünf französische Athleten, genauso wird umgekehrt bei französischen Mannschaften verfahren. Selbst bei französischen Meisterschaften sind deutsche Schützen zugelassen.

Hohneck, die im Saarland in Grenznähe aufgewachsen und nach 13 Jahren im Ausland wieder in ihre Heimat zurückgekehrt ist, berichtet auch von enger wirtschaftlicher Zusammenarbeit und dem generellen Bewusstsein, dass in Forbach und Umgebung die Grenze eigentlich gar nicht existiert. Grundsätzlich ist französisch in der Schule die erste Fremdsprache, auch in vielen Kindergärten wird bereits eine erste Grundlage gelegt. Bei den älteren Saarländern auf der einen und Lothringern auf der anderen Seite haben sich die Sprachen zu einem fast gemeinsamen Dialekt vermischt, der allerdings eher im Verschwinden ist. Natürlich wird nach wie vor hüben wie drüben eingekauft, um von beiden Ländern jeweils das Beste zu genießen. Wie es ja auch die Athlet*innen der BSG Neckarsulm gemacht haben.

Durch ihr einzigartiges Konzept nutzen die Gastgeber der Special Olympics Nationalen Spiele 2026 ihre räumliche Nähe zu Frankreich, ihre politischen Kontakte und die alltäglichen Gegebenheiten perfekt. So setzen sie nicht nur im ganzen Bundesland, sondern auch über Ländergrenzen hinweg ein Zeichen für Begegnung, Zusammenarbeit und Inklusion.

Text: Ulrike Spitz

Wir freuen uns, dass die grenzübergreifenden Projekte durch eine Projektförderung des deutsch-französischen Bürgerfonds unterstützt werden.

Medienkontakt

Nadine Baethke

Pressesprecherin / Öffentlichkeitsarbeit
nadine.baethke@specialolympics.de
+49 (0)1577 / 13 69 108