Louis Kleemeyer kann man nicht übersehen:
Mit 2,05 Meter ist er größer als die meisten anderen Menschen.
Und:
Wo immer er auftaucht,
fragen ihn viele Menschen nach einem gemeinsamen Foto.
Louis Kleemeyer ist ein erfolgreicher Sportler mit geistiger Behinderung.
Und er ist Unternehmer:
Er hat mit seiner Familie verschiedene Firmen gegründet.
Louis Kleemeyer weiß wie es ist,
in der Schule gemobbt zu werden.
Er kennt aber auch den Weg zum Erfolg.
Verschiedene Firmen und Parteien buchen ihn heute für Schulungen.
Denn:
Louis Kleemeyer ist Fach-Mann für:
Inklusion
Barriere-Freiheit und
Teilhabe.
Vom Schreib-Tisch auf den Tennis-Platz
Bei den FISU World University Games 2025 in Nordrhein-Westfalen
hat er die Veranstalter bei der Planung von den Wettbewerben beraten.
Bei den Special Olympics Winterspielen in Turin war er als Reporter dabei.
Zur Vorbereitung auf die Nationalen Spiele im Saarland hat er die Mitarbeiter geschult.
Er hat mit ihnen über die Bedürfnisse von Menschen mit geistiger Behinderung gesprochen.
Und er hat lange die Nationalen Spiele mitorganisiert.
Seit Ende Mai bereitet er sich auf seine eigenen Wettbewerbe vor.
Louis Kleemeyer sagt:
Ab Mai habe ich gespielt und gespielt und gespielt,
um fit zu werden.
Dafür wurde er nun belohnt:
Im Doppel hat er mit seinem Bruder Ben die Gold-Medaille gewonnen.
Und im Einzel hat er die Bronze-Medaille gewonnen.
Louis Kleemeyer hofft nun darauf,
dass er an den Weltspielen 2027 in Chile teilnehmen darf.
Doch nach den Nationalen Spielen wartet
erst einmal der Arbeits-Alltag auf ihn.
Louis Kleemeyer sagt:
In meinen Kursen erzähle ich den Menschen,
dass nur bei 3 von 10 Menschen die Behinderung angeboren ist.
Alle anderen bekommen ihre Behinderung durch Unfälle oder Krankheiten.
Meine Zuhörer sind davon immer überrascht.
Man sieht sie denken:
Es könnte auch mich treffen.
Ich hoffe,
dass ich mehr Verständnis für die Belange von Menschen mit Behinderung schaffe.
Oft wird Louis Kleemeyer gefragt,
wie man es denn nun richtig sagt:
Mensch mit Behinderung
Mensch mit Beeinträchtigung oder
Mensch mit Handicap.
Louis Kleemeyer sagt:
Viele Menschen sind da unsicher.
Für mich ist es nicht wichtig,
was man sagt.
Wichtig ist:
Man meint es positiv.
Louis Kleemeyer kommt aus Neuss.
Er hat eine Lernbehinderung.
Bis zu seinem zehnten Lebens-Jahr konnte er kaum sprechen.
Seine Eltern haben ihn auf ein Internat geschickt.
Später hat eine Förderschule besucht.
Dort hat er auch den Hauptschul-Abschluss gemacht.
Seine Eltern haben dann zusammen mit der IHK
eine Ausbildung für Louis entwickelt.
IHK ist kurz für: Industrie- und Handels-Kammer.
So lernte Louis 3 Jahre lang den Beruf des Fachpraktikers IT-Systeme.
Die Prüfungen hat er mit dem besten Ergebnis abgeschlossen.
Louis Kleemeyer sagt:
Während meiner Ausbildung habe ich mit meinem Vater
meine erste Firma gegründet.
Sie heißt: Unique United.
Das ist Englisch.
Man spricht es so aus: junik-juneited.
Wir unterstützen Menschen mit geistiger Behinderung.
Aber auch unter Firmen.
Wir erzählen ihnen zum Beispiel,
wie sie ihre Internet-Seiten barrierefrei machen.
Oder worauf sie achten müssen,
wenn sie Menschen mit Behinderung einstellen wollen.
Oft rede ich vor den Mitarbeitern von Firmen.
Ich erkläre dann,
was Inklusion bedeutet.
Vor kurzem hat er mit seiner Familie eine neue Firma gegründet.
Die Firma heißt: VIAPARI.
Bei VIAPARI können Firmen Kurse zum Thema Teilhabe machen.
Jetzt wartet auf Louis Kleemeyer aber auch noch
eine andere interessante Aufgabe.
Er sagt:
Ich berate 6 Monate lang bei Adidas.
Das Ziel ist,
2 Mitarbeiter mit Behinderung einzustellen.
Ich kenne die Herausforderung gut.
Und ich bereite das gemeinsam mit Adidas vor.
Läuft das Projekt gut?
Dann soll es das überall in Deutschland geben.
Für Louis Kleemeyer wird es also nicht langweilig.
Und ganz sicher werden wir bald wieder von ihm hören.
